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Kurz und Knapp

Die Jugendämter in

Niedersachsen

ha-

ben im Jahr 2015 rund 5700 Kinder und

Jugendliche in Heimen oder bei Pflege-

eltern untergebracht. Der Anstieg ist be-

merkenswert: 2007 waren es landesweit

nur 2300 Inobhutnahmen – weniger als die

Hälfte. 2014 stieg die Zahl schon auf 3900

an. Ursachen sind u. a.: häusliche Gewalt,

überforderte Eltern, unbegleitete Flücht-

lingskinder.

+++

Spielhallenbetreiber in

Hessen

müssen

um ihre Lizenz bangen. Bis zum Sommer

wollen einige Städte etwa 50 Prozent der

rund 1000 Spielhallen schließen, berichtet

die Frankfurter Neue Presse

(fnp.de

). Die

Automatenwirtschaft sieht das kritisch:

Mindestabstände und die Größe der Be-

triebe seien nicht die geeigneten Maßstäbe

für den Spieler- und Jugendschutz. Ent-

scheidend ist die Qualität der Spielhalle.

+++

Mit elektronischen Einlasskontrollen, wie

der Gesichtserfassung, soll der Jugend-

und Spielerschutz in

Berlin

beim Betreten

von Spielhallen verbessert werden. Mit

dieser Maßnahme reagiere die Branche

laut Tagesspiegel

(tagesspiegel.de)

auf

das im vergangenen Jahr wirksam gewor-

dene Spielhallengesetz. Die neue Technik

könnte Minderjährigen ebenso den Zutritt

verweigern wie Spielsüchtigen, die sich

freiwillig registriert haben. Auch in anderen

Kommunen, zum Beispiel in

Mannheim

,

ist der genannten Face-Check geplant.

+++

Der

Hessische Landtag

hat am 2. Mai

ein neues Schulgesetz verabschiedet.

Danach bleibt Werbung zwar untersagt,

Sponsoring ist aber möglich. Die Ent-

scheidung bleibt den Schulleitern über-

lassen.

(JSF)

FORUM

O

JUGENDSCHUTZ

2/2017

Niedersachsen

Mit einer App Fake News

erkennen?

Eine App soll Schülern helfen, Falschnach-

richten zu erkennen. Das Projekt der nieder-

sächsischen Kultusministerin ist an sich eine

gute Idee. Allerdings gibt es Zweifel (siehe

Die Welt vom 29. Mai), ob ein paar Klicks

ausreichten, um Falschmeldungen aufzu-

spüren. Die App heißt Fake News Check,

findet sich in Googles Play Store und Apples

App Store und kann mit einem Klick auf das

Smartphone heruntergeladen werden. Die

Beschreibung klingt vielversprechend: Wer

eine auffällige Meldung im Internet entdeckt,

soll sie mithilfe der App auf ihre Glaubwür-

digkeit hin überprüfen können.

Dafür muss der Nutzer 19 Fragen beant-

worten, dann leuchtet auf dem Display eine

Farbe auf: Grün für Nachrichten, die höchst-

wahrscheinlich glaubwürdig sind. Gelb für

Nachrichten, die vielleicht Fake News sind.

Und Rot für Nachrichten, bei denen es sich

mit hoher Wahrscheinlichkeit um Falschmel-

dungen handelt.

Für das Erkennen von Falschnachrichten

sind nach Meinung des Philologenverban-

des nicht Bewertungsbögen das Entschei-

dende, sondern „die Fähigkeit, die Informa-

tionen einzuordnen und zu interpretieren“,

kritisiert Verbandschef Horst Audritz das

Vorhaben. Fehlinformationen souverän zu

entschlüsseln, werde im Geschichts- und

Deutschunterricht gelehrt, dafür brauche es

keine App. Wichtig sei es, eine Vielzahl von

Informationen zu nutzen.

(JSF)

www.stop-fake-news.nibis.de

Bundesweite Recherche

„Viele Autobahnraststätten versagen beim Jugendschutz“

Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein

„Jugendschutz

im Mittelpunkt (JIM)“

Seit rund zehn Jahren gibt es „Jims Bar“,

in der exotische Drinks ohne Alkohol an-

geboten werden. Unter diesem Namen sind

mittlerweile 14 mobile Cocktailbars auf Fei-

ern, Konzerten und Festivals in Schleswig-

Holstein unterwegs. Bereits 2012 wurde die

gute Idee beim ersten Bundeswettbewerb

für Alkoholprävention ausgezeichnet.

„Carpe Diem”, „Virgin Colada” oder „Safer

Sex on the Beach“ heißen die Spezialrezep-

te, die vor allem Jugendlichen eine coole

und leckere Alternative zu alkoholischen

Getränken bieten sollen. Der Name „Jim“

ist eine Abkürzung von „Jugendschutz im

Mittelpunkt“, einer Initiative von unterschied-

lichen Organisationen aus der Region Pinne-

berg. Ziel des EU-geförderten Projekts ist

es, dem „frühen und meist unkontrollierten

Alkoholkonsum bei Kindern und Jugend-

lichen zeitig entgegenzuwirken“, heißt es in

der Eigenbeschreibung.

Hinter „Jims Bar“ stehen neben dem in-

stitutionellen Jugendschutz und weiteren

Jugendeinrichtungen, auch die Deutsche

Barkeeperunion, die Deutsche Bahn AG

und die Sparkasse Südholstein. Die mobilen

Wagen sind mit allem ausgestattet, was eine

professionelle Cocktail-Bar an Equipment

braucht. Jugendliche ab dem Alter von 16

Jahren können sich vom Projektteam zu

Barkeepern ausbilden lassen: Sie lernen

bei den Tagesseminaren die professionelle

Zubereitung der Drinks, den Umgang mit

den Gästen, aber auch Grundlegendes zur

Suchtprävention.

(JSF)

Quelle:

www.weser-kurier.de

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Kinder und Jugendliche können in den meis-

ten deutschen Autobahnraststätten ungehin-

dert an Glücksspielautomaten spielen – ob-

wohl ihnen das Spielen an Geldspielautoma-

ten nicht gestattet werden darf (§ 6 Jugend-

schutzgesetz-JuSchG). Trotz des Verbotes

fanden Suchtexperten bei einer bundesweiten

Stichprobe zahlreiche Spielautomaten in Bist-

ros und Restaurants, bei denen die gesetzlich

vorgeschriebene Jugendsperre inaktiv war.

Drei Monate lang haben Experten des

Arbeitskreises gegen Spielsucht e.V. rund

600 Bistros und Restaurants von Raststätten

und Autohöfen in Deutschland untersucht.

In 90 Prozent der Fälle waren die Geldspiel-

automaten offen zugänglich, zum Teil waren

Geräte direkt neben Bargeldautomaten auf-

gestellt. 22 Betriebe verstießen gegen gelten-

des Recht, weil sie mehr als drei Automaten

aufgestellt hatten, bei jedem vierten Betrieb

fehlte das gesetzlich vorgeschriebene Info-

material zu den Gefahren der Spielsucht. Ein

Großteil der Geräte war so eingestellt, dass

Kinder und Jugendliche freien Zugang zu

ihnen hatten. (

JSF)

Quelle:

www.waz.de

Der Name JiM steht für „Jugendschutz im Mittelpunkt“.

Die Arbeitsgemeinschaft JiM setzt sich aus Experten

unterschiedlicher Präventionsbereiche im Kreis Pinneberg

zusammen. Sie unterstützt, fördert und begleitet örtliche

Aktivitäten im Bereich des präventiven Kinder- und

Jugendschutzes. Sie kooperiert und vernetzt sich mit

haupt- und ehrenamtlich tätigen Personen aus verschiedenen

Einrichtungen.